Die neue Initiative „Neue Nachbarn – Paderborner helfen Flüchtlingen“

Flüchtlinge und Flüchtlingshilfe in Paderborn unterstützen: die Kooperationspartner der Initiative „Neue Nachbarn“ „Es geht um eine positive Haltung“

In Paderborn entsteht eine stadtweite Initiative für Flüchtlinge und die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit. Beteiligt sind die Stadt Paderborn, die beiden großen Kirchen und die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie. Jetzt stellten die Kooperationspartner die Initiative „Neue Nachbarn – Paderborner helfen Flüchtlingen“ der Öffentlichkeit vor.

„Wir wollen den positiven Schwung mitnehmen, der zurzeit in der Stadt vorherrscht“, sagt Wolfgang Walter, Sozialdezernent der Stadt Paderborn. „Überall engagieren sich Gemeinden für Flüchtlinge, entstehen Runde Tische und Arbeitsgruppen“, hat Dechant Benedikt Fischer im Dekanat Paderborn beobachtet. Oft fehlt es jedoch an den notwendigen Kenntnissen, um wirklich effizient helfen zu können.

Martin Strätling vom Migrationsdienst MiCado erhält zahlreiche Anrufe von Ehrenamtlichen, die Informationen über rechtliche Rahmenbedingungen wissen wollen oder die praktische Ratschläge suchen. Die neue Initiative will in all diesen Fällen weiterhelfen. Auf der Internetplattform www.neue-nachbarn-paderborn.de sollen schon bald zahlreiche Unterlagen und Materialien, „Links“ und „Downloads“ zu finden sein, die sich engagierte Bürger herunterladen können.

Die stadtweite Initiative könnte die Vernetzung der Projekte überall in der Stadt vorantreiben. Die Versorgung der Flüchtling sei bereits das wichtigste Thema der städtischen Sozialpolitik, sagte Wolfgang Walter. „Die Flüchtlingsarbeit zieht sich bei uns durch alle Dienste“, betont auch Friedhelm Hake, Leiter des Bereichs Soziale Dienste im Caritasverband Paderborn.

Doch die Initiative will das bürgerschaftliche Engagement für Flüchtlinge nicht nur fördern, sie will dafür werben. Nicht nur Sozialdezernent Walter fürchtet, die gegenwärtige positive Grundstimmung könne umschlagen. Mit Öffentlichkeitsarbeit will die Initiative Vorbeugung leisten.

„Es geht uns mit unserer Initiative um eine positive Haltung“, sagt Caritasvorstand Patrick Wilk. „Die Toleranz für unsere neuen Nachbarn ist nicht selbstverständliche. Wir wollen sie stärken. Neue Unterstützer sind dabei durchaus willkommen.“

Positive Berichterstattung kann diesen Trend durchaus verstärken. Nach jeder Veröffentlichung in den Medien gebe es eine bemerkbare Reaktion, sagt Wolfgang Walter: „Dann erhalten wir neue Wohnungsangebote.“

Vor allem aber ist das Engagement für Flüchtlinge eine humanitäre Aufgabe. Das betont Superintendentin Anke Schröder vom Evangelischen Kirchenkreis Paderborn: „Kirche und Flüchtlingsarbeit gehören zusammen.“ Caritativ zu handeln sei der ureigenste „kirchliche Auftrag“, sagt Dechant Benedikt Fischer: „Wir freuen uns, dass wir uns an dieser Initiative beteiligen können.“